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Customizing

Customizing bezeichnet die Anpassung von SAP-Software an unternehmensspezifische Prozesse über Einstellungen im System, ohne den Programmcode zu verändern. Berater hinterlegen dafür Werte im Einführungsleitfaden, etwa zu Organisationsstrukturen, Nummernkreisen oder Preisfindung. Der Quellcode selbst bleibt unangetastet, das unterscheidet Customizing von einer echten Eigenentwicklung.
Definition

Was ist Customizing?

Customizing läuft über den Einführungsleitfaden, im System über die Transaktion SPRO erreichbar und für Berater jederzeit einsehbar. Dort hinterlegen sie Tabellenwerte für Organisationsstrukturen, Buchungskreise, Nummernkreise, Preisfindung oder Genehmigungsstufen. Jede Einstellung greift auf vorhandene Felder und Strukturen der Standardsoftware zurück, ganz ohne neuen Code. Was im Customizing nicht abbildbar ist, braucht eine Erweiterung mit eigenem Programmcode, technisch ein anderer Vorgang mit eigenen Freigabe- und Testregeln im Projekt.

Von der Eigenentwicklung unterscheidet sich Customizing dadurch, dass kein neuer Code entsteht, nur vorhandene Parameter werden gesetzt. Von den SAP Best Practices unterscheidet es sich als nachgelagerter Schritt: Best Practices liefern die Startkonfiguration, Customizing passt sie an. In der SAP S/4HANA Public Cloud ist der Spielraum bewusst eng gefasst, um den Clean-Core-Gedanken zu wahren, in Private Cloud und On-Premise bleibt deutlich mehr Freiheit.

Customizing entsteht zuerst in einem Entwicklungssystem und wandert per Transport durch Qualitätssicherung und Produktivsystem, sauber getrennt von den Anwendern. Über Jahre gewachsene, undokumentierte Einstellungen sind die häufigste Stolperstelle im Projektalltag. Niemand weiß mehr, warum ein Feld genau so konfiguriert wurde, und jeder S/4HANA-Umstieg muss diese Altlast erst mühsam analysieren. Wer Customizing von Anfang an sauber dokumentiert und bewusst schlank hält, spart sich diesen Aufwand bei der nächsten Konvertierung deutlich.

Funktionen
Vorteile
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Grenzen
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FAQ

Häufige Fragen zu Customizing

Ist Customizing dasselbe wie eine Eigenentwicklung?
Nein. Customizing setzt nur Werte in vorhandenen Systemtabellen und verändert keinen Programmcode. Eine Eigenentwicklung dagegen erweitert das System um neuen ABAP-Code, etwa für einen Report oder eine Sonderprüfung, die der Standard nicht abdeckt. Beide Wege lassen sich kombinieren, folgen aber unterschiedlichen Freigabeprozessen.
Wie viel Customizing ist sinnvoll?
So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Jede zusätzliche Einstellung erhöht den Testaufwand bei künftigen Updates und Konvertierungen. Eine Orientierung an den SAP Best Practices hält die Menge überschaubar, echte Sonderfälle rechtfertigen gezieltes Customizing, pauschale Nachbauten alter Gewohnheiten meist nicht.
Wer übernimmt das Customizing im Projekt?
In der Regel SAP-Berater gemeinsam mit den Key Usern aus den Fachbereichen, meist im Rahmen von Workshops. Die Fachseite kennt die Anforderungen, die Berater kennen die technischen Möglichkeiten und Grenzen im System. Diese enge Abstimmung verhindert Einstellungen, die zwar technisch funktionieren, aber am tatsächlichen Prozess vorbeigehen.

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Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
Gabriele Görtz
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