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Kennzahlensystem

Ein Kennzahlensystem ordnet einzelne Kennzahlen in einen logischen Zusammenhang, meist mit einer Spitzenkennzahl und nachgelagerten Treibern. Es zeigt, wie operative Größen wie Bestände oder Durchlaufzeiten auf Ergebnisgrößen wie die Rentabilität wirken. Bekannte Beispiele sind das DuPont-Schema und die Balanced Scorecard.
Definition

Was ist Kennzahlensystem?

Ein Kennzahlensystem verknüpft Werte rechnerisch oder sachlogisch. Beim klassischen DuPont-Schema steht die Gesamtkapitalrentabilität an der Spitze, darunter zerlegen Umsatzrendite und Kapitalumschlag den Wert in beeinflussbare Treiber. Die Balanced Scorecard ergänzt die Finanzsicht um Kunden, Prozesse und Mitarbeiterentwicklung. Der Nutzen in beiden Fällen: Eine Abweichung an der Spitze lässt sich entlang der Baumstruktur bis zur Ursache verfolgen, vom Ergebnisrückgang bis zur gesunkenen Marge einer einzelnen Produktgruppe.

Für Unternehmen ist das System wichtiger als die einzelne Zahl, weil isolierte Kennzahlen Fehlsteuerung begünstigen. Wer nur Bestände senkt, verschlechtert die Liefertreue. Wer nur die Auslastung maximiert, produziert am Bedarf vorbei. Ein Kennzahlensystem macht solche Zielkonflikte sichtbar, weil gegensätzliche Größen nebeneinander stehen und gemeinsam bewertet werden. Relevant ist das für Controlling und Geschäftsführung ebenso wie für Bereichsleiter, die ihre Ziele mit den übergeordneten verbinden wollen.

Der Aufbau beginnt mit der Zielstruktur statt mit der Datenlage: erst klären, welche Größen das Geschäft treiben, dann prüfen, welche Daten vorhanden sind. In SAP-Landschaften liegen die meisten Werte bereits vor, verteilt auf Module wie FI, CO, SD und MM. Die Analyseschicht, etwa SAP BW oder SAP Datasphere, führt sie zusammen und rechnet die Baumstruktur nach. Stolperstelle aus der Praxis: Systeme mit dutzenden Ebenen versanden. Tragfähig sind zwei bis vier Ebenen mit klaren Verantwortlichkeiten je Ast.

Funktionen
Vorteile
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Grenzen
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FAQ

Häufige Fragen zu Kennzahlensystem

Was unterscheidet ein Kennzahlensystem von einer Sammlung von KPIs?
Der Zusammenhang. Eine KPI-Sammlung listet Werte nebeneinander, ein Kennzahlensystem verbindet sie über Rechenlogik oder Ursache-Wirkungs-Ketten. Dadurch wird erkennbar, welcher Treiber eine Abweichung an der Spitze verursacht und welche Zielkonflikte zwischen Bereichen bestehen. Erst diese Struktur macht aus Berichtszahlen ein Steuerungsinstrument.
Welches Kennzahlensystem passt für den Mittelstand?
Für die Finanzsteuerung reicht oft ein schlanker Werttreiberbaum nach dem DuPont-Prinzip, erweitert um Liquiditätsgrößen. Wer die Strategieumsetzung messen will, ergänzt Elemente der Balanced Scorecard. Entscheidend ist die Pflege: Ein kleines System mit gelebter Monatsroutine schlägt jedes umfassende Modell, das nach dem Projektende niemand aktualisiert.
Lässt sich ein Kennzahlensystem in SAP abbilden?
Ja. Die Rohdaten liegen in den Modulen, die Verdichtung übernimmt eine Analyseschicht wie SAP BW oder SAP Datasphere, die Darstellung die SAP Analytics Cloud, etwa als interaktiver Werttreiberbaum. Aufwandstreiber ist selten die Technik. Die meiste Zeit kostet die Abstimmung der Definitionen zwischen Controlling, Fachbereichen und Konzerngesellschaften.

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Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
Gabriele Görtz
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