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SAP Rollout & Template

Ein SAP Rollout überträgt ein bereits eingeführtes SAP-Referenzsystem, das Template, auf weitere Werke, Landesgesellschaften oder Konzerneinheiten. Das Template bündelt Prozesse, Customizing und Stammdatenstrukturen, die für alle Standorte gelten sollen. Jeder Rollout-Standort übernimmt das Template und ergänzt es um lokale Besonderheiten wie Sprache, Währung oder gesetzliche Anforderungen.
Definition

Was ist SAP Rollout & Template?

Der Rollout-Gedanke entstand mit wachsenden, mehrstandortigen Fertigungsunternehmen, die nicht an jedem einzelnen Standort ein komplett eigenes SAP-Projekt aufsetzen wollten. Statt jede Landesgesellschaft von Grund auf neu zu konzipieren, wird ein Template als Referenzlösung entwickelt und anschließend Standort für Standort strukturiert ausgerollt. Im Maschinenbau haben sich dafür eigenständige Branchentemplates etabliert, die typische Prozesse wie Variantenfertigung oder Ersatzteilgeschäft bereits vollständig abbilden und projekterprobt sind.

Relevant ist der Rollout-Ansatz für Unternehmen mit mehreren Werken oder Landesgesellschaften, die einheitliche Prozesse und vergleichbare Auswertungen über alle Standorte hinweg erreichen wollen. Die Konzernzentrale definiert dabei meist den globalen Kern des Templates, einzelne Standorte erhalten nur begrenzten Spielraum für lokale Anpassungen und Ausnahmen. Je konsequenter das Template gepflegt und dokumentiert wird, desto einfacher lassen sich weitere Standorte anschließend anbinden und schulen.

Der Ablauf je Rollout-Standort umfasst die Template-Übernahme, die Ergänzung lokaler Stammdaten und rechtlicher Anforderungen, die Datenmigration über das Migration Cockpit und einen deutlich verkürzten Testzyklus gegenüber dem ursprünglichen Template-Projekt. Stolperstellen aus der Praxis sind zu viele lokale Sonderwünsche, die das Template über die Zeit aufweichen, sowie unterschätzte Unterschiede bei Sprache, Steuerrecht und Berichtswesen zwischen den einzelnen Standorten und Landesgesellschaften im Konzern.

Funktionen

Wie funktioniert SAP Rollout & Template?

Technisch basiert ein Rollout auf einem Golden-Client-Prinzip: Das Template liegt als eigenständiges System oder Mandant vor und wird für jeden neuen Standort kopiert oder über gezielte Transportaufträge übertragen. Lokale Einstellungen wie Werke, Buchungskreise und Nummernkreise werden anschließend ergänzt, ohne die globalen Customizing-Einstellungen des Templates dabei zu verändern oder unbeabsichtigt zu gefährden. Stammdaten für den neuen Standort übernimmt meist das Migration Cockpit aus lokalen Quellsystemen, Altsystemen oder manuell erfassten Erhebungslisten direkt vor Ort.

Ein gepflegtes Template verzahnt sich eng mit dem globalen Änderungsmanagement: Jede Weiterentwicklung im Kern muss über alle betroffenen Rollout-Standorte hinweg sorgfältig und vollständig getestet werden, bevor sie zentral freigegeben wird. Für Beschaffungsprozesse über mehrere Standorte hinweg wird häufig SAP Ariba als zentrales Zusatzsystem an das Template angebunden, damit Einkaufskonditionen und Lieferantenbeziehungen über alle Werke hinweg konzernweit einheitlich, transparent und vergleichbar bleiben.

Vorteile
Einheitliche Prozesse

Alle Standorte arbeiten nach denselben Regeln, das erleichtert konzernweite Auswertungen und den Wechsel von Mitarbeitern zwischen Standorten.

Schnellere Folgeprojekte

Jeder weitere Rollout-Standort profitiert vom bereits getesteten Template und braucht deutlich weniger Projektzeit als das ursprüngliche Template-Projekt.

Branchen-Templates verfügbar

Für den Maschinenbau existieren mit //SOMA® bereits ausgereifte Templates, die typische Prozesse wie Variantenfertigung von Beginn an abdecken.

Zentrale Wartung

Änderungen am Kern des Templates lassen sich zentral pflegen und über alle Standorte verteilen, statt jeden Standort einzeln anzupassen.

Grenzen
Wenig Raum für lokale Extrawünsche

Je mehr Standorte vom Template abweichen dürfen, desto mehr verliert der Rollout-Ansatz seinen Vorteil der Einheitlichkeit.

Governance nötig

Ohne klare Regeln, wer Änderungen am globalen Template freigeben darf, driften Standorte über die Zeit auseinander.

Lohnt sich erst ab mehreren Standorten

Für ein einzelnes Werk ist der Template-Ansatz überdimensioniert. Der Vorteil zeigt sich erst, wenn mehrere Standorte dieselbe Basis nutzen.

Lokale Gesetzgebung bleibt Aufwand

Steuerrecht, Sprache und länderspezifisches Berichtswesen lassen sich nicht wegtemplaten. Jeder neue Standort braucht dafür eigene Anpassungen.

FAQ

Häufige Fragen zu SAP Rollout & Template

Was ist der Unterschied zwischen Template und Rollout?
Das Template ist die einmal entwickelte Referenzlösung mit Prozessen, Customizing und Berechtigungskonzept, der Rollout ist die anschließende Übertragung dieses Templates auf weitere Standorte. Ohne ein fertiges Template gibt es im eigentlichen Sinn nichts auszurollen, das Template-Projekt kommt deshalb immer zuerst.
Wie viele Standorte braucht es, damit sich ein Template lohnt?
Eine feste Grenze gibt es dafür nicht, ab drei bis vier vergleichbaren Standorten zahlt sich der Mehraufwand für ein sauberes Template aber in der Praxis meist deutlich aus, besonders wenn weitere Standorte bereits absehbar sind und ähnliche Prozesse und Strukturen nutzen sollen.
Kann ein Standort vom Template abweichen?
In begrenztem Umfang ja, für zwingende lokale gesetzliche Anforderungen ist das sogar notwendig und ausdrücklich vorgesehen. Zu viele Abweichungen untergraben aber mit der Zeit den eigentlichen Zweck des Templates und erhöhen den Pflegeaufwand für alle beteiligten Standorte spürbar und dauerhaft.
Gibt es fertige Templates für den Maschinenbau?
Ja, Branchentemplates wie //SOMA® bilden typische Maschinenbau-Prozesse bereits vollständig ab, etwa Variantenfertigung, Ersatzteilgeschäft oder Serienfertigung, und verkürzen dadurch das erste Template-Projekt spürbar gegenüber einer kompletten Neuentwicklung ohne jede einschlägige Branchenerfahrung im eigenen Projektteam vor Ort und im gesamten Konzern.
Wie lange dauert ein einzelner Rollout-Standort?
Deutlich kürzer als das ursprüngliche Template-Projekt, weil Prozesse und Customizing bereits feststehen und nur lokal angepasst werden müssen. Die genaue Dauer hängt an lokalen gesetzlichen Anpassungen, der Datenmigration und dem Umfang der nötigen Schulungen für die neuen Anwender vor Ort und in den beteiligten Fachbereichen.

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Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
Gabriele Görtz
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