Pioneering the next step.
SAP Gold Partner

SAP-Wiki

Stückliste (BOM)

Die Stückliste (englisch Bill of Material, BOM) listet alle Komponenten, aus denen ein Produkt besteht, mit Menge und Mengeneinheit. In SAP ist sie der zentrale Stammdatensatz für Disposition, Fertigung, Kalkulation und Instandhaltung. Der Planungslauf löst sie Stufe für Stufe auf und leitet daraus die Bedarfe der Komponenten ab.
Definition

Was ist Stückliste?

Eine Stückliste besteht aus einem Kopf und Positionen. Der Kopf bindet sie an ein Material, ein Werk und eine Verwendung, die Positionen nennen Komponenten, Mengen und Positionstypen. Die Verwendung trennt die Sichten: Die Konstruktionsstückliste beschreibt das Produkt aus Entwicklersicht, die Fertigungsstückliste so, wie es montiert wird, die Instandhaltungsstückliste listet die relevanten Ersatzteile. Gültigkeitsdaten und Änderungsstände halten fest, ab wann welche Fassung gilt.

Gepflegt wird die Stückliste überall dort, wo produziert, kalkuliert oder instand gehalten wird, vom Maschinenbauer bis zum Lebensmittelhersteller. Im Maschinen- und Anlagenbau ist sie das Rückgrat des gesamten Auftragsdurchlaufs: Aus ihr entstehen Sekundärbedarfe in der Disposition, Komponentenlisten im Fertigungsauftrag und das Mengengerüst der Kalkulation. Bei variantenreichen Produkten übernimmt eine konfigurierbare Maximalstückliste die Arbeit, aus der die Variantenkonfiguration je Auftrag die gültigen Positionen auswählt.

Die häufigste Schwachstelle in Projekten ist der Pflegeprozess zwischen Konstruktion und Fertigung. Ändert die Konstruktion eine Baugruppe im CAD-System und kommt die Änderung verspätet oder gar nicht in SAP an, disponiert das System veraltete Komponenten. Zweiter Klassiker: Änderungen ohne Änderungsdienst. Wer Positionen einfach überschreibt, verliert die Historie und kann laufende Aufträge nicht mehr sauber von künftigen trennen. Ein definierter Freigabeprozess je Änderung verhindert beides.

Funktionen

Wie funktioniert Stückliste?

SAP arbeitet mit Baukastenstücklisten: Jede Baugruppe hat ihre eigene einstufige Stückliste, die Verkettung über mehrere Ebenen ergibt die Produktstruktur. Das vermeidet Doppelpflege, denn eine Baugruppe, die in zehn Maschinen steckt, wird genau einmal gepflegt. Der Planungslauf löst diese Struktur entlang der Dispositionsstufen auf und erzeugt Sekundärbedarfe je Komponente. Positionstypen steuern das Verhalten: Lagerpositionen werden disponiert, Nichtlagerpositionen direkt beschafft, Textpositionen tragen nur Information. Der Änderungsdienst verwaltet Änderungen mit Änderungsnummer und Stichtag, sodass alte und neue Fassung parallel im System nachvollziehbar bleiben.

Die Stückliste arbeitet eng mit dem Arbeitsplan zusammen, der die Arbeitsgänge beschreibt und Komponenten den Vorgängen zuordnet. Der Fertigungsauftrag zieht beim Anlegen beide Stammdaten und friert sie als Auftragsstückliste ein. Die Produktkostenkalkulation nutzt dasselbe Mengengerüst für Materialkosten, die Instandhaltung greift für Ersatzteillisten auf eigene Stücklistenverwendungen zu. Im Vertrieb konfigurierbarer Produkte wertet die Variantenkonfiguration das Beziehungswissen der Maximalstückliste aus und bestimmt je Kundenauftrag die gültigen Positionen. Änderungen an der Stückliste wirken damit in alle Folgeprozesse gleichzeitig.

Vorteile
Ein Mengengerüst für alle

Disposition, Fertigung, Kalkulation und Instandhaltung arbeiten mit demselben Stammdatensatz. Änderungen wirken überall, Doppelpflege entfällt.

Baukastenprinzip

Jede Baugruppe wird einmal gepflegt, egal in wie vielen Endprodukten sie steckt. Das hält den Pflegeaufwand auch bei tiefen Strukturen beherrschbar.

Nachvollziehbare Änderungen

Der Änderungsdienst dokumentiert jede Änderung mit Nummer, Grund und Stichtag. Auditoren und Servicetechniker sehen, welche Fassung wann galt.

Basis für Varianten

Konfigurierbare Maximalstücklisten mit Beziehungswissen bilden variantenreiche Produkte ab, ohne für jede Ausprägung eine eigene Stückliste zu pflegen.

Grenzen
Pflege ist Daueraufgabe

Eine Stückliste ist nie fertig. Ohne klare Verantwortung je Verwendung und Werk veralten die Daten schleichend und die Disposition rechnet falsch.

CAD-Anbindung nötig

Entsteht die Struktur im CAD- oder PLM-System, braucht es eine geregelte Übergabe nach SAP. Manuelle Doppelpflege hält in der Praxis nie durch.

Fehler multiplizieren sich

Eine falsche Menge in einer Baugruppe wirkt in jedes Endprodukt, das sie verwendet. Fehler wandern durch Disposition, Einkauf und Kalkulation gleichzeitig.

Instandhaltungssicht oft vergessen

Viele Unternehmen pflegen nur die Fertigungssicht. Ohne Instandhaltungsstücklisten sucht der Techniker Ersatzteile später von Hand zusammen.

FAQ

Häufige Fragen zu Stückliste (BOM)

Was ist der Unterschied zwischen Konstruktions- und Fertigungsstückliste?
Die Konstruktionsstückliste beschreibt das Produkt funktional aus Sicht der Entwicklung. Die Fertigungsstückliste ordnet dieselben Komponenten so, wie montiert und disponiert wird, ergänzt um Hilfsstoffe und Verpackung. SAP trennt beide über die Stücklistenverwendung. Kleine Betriebe kommen manchmal mit einer gemeinsamen Sicht aus, im Maschinenbau bewährt sich die Trennung mit definierter Überleitung.
Wie viele Stufen darf eine Stückliste haben?
Praktisch so viele, wie die Produktstruktur braucht, da SAP mit einstufigen Baukastenstücklisten arbeitet, die sich verketten. Tiefe Strukturen sind technisch kein Problem, aber jede Stufe kostet Durchlaufzeit in der Terminierung und erzeugt eigene Planaufträge. In Projekten lohnt die Frage, ob jede Baugruppe wirklich eine dispositionsrelevante Stufe sein muss oder nur eine Zeichnungsposition ist.
Was ist eine Baukastenstückliste?
Die einstufige Grundform in SAP: ein Kopfmaterial mit seinen direkten Komponenten. Mehrstufige Produktstrukturen entstehen durch Verkettung, weil Komponenten selbst wieder Baukastenstücklisten haben können. Der Vorteil liegt in der Wiederverwendung, denn eine Baugruppe wird einmal gepflegt und überall genutzt. Auswertungen wie die Strukturstückliste zeigen trotzdem jederzeit das komplette Produkt über alle Ebenen.
Wie kommen CAD-Daten in die SAP-Stückliste?
Über eine Schnittstelle zwischen CAD- oder PLM-System und SAP, die Materialstämme, Dokumente und Stücklistenpositionen überträgt. Entscheidend ist weniger die Technik als der Prozess: Wer legt Materialnummern an, wann gilt eine Konstruktion als freigegeben, wie werden Änderungen übergeleitet? Ohne diese Regeln produziert auch die beste Schnittstelle Dubletten und veraltete Stände.
Wozu brauche ich den Änderungsdienst?
Der Änderungsdienst versieht jede Stücklistenänderung mit Änderungsnummer, Grund und Gültigkeitsdatum. Laufende Fertigungsaufträge behalten den alten Stand, neue Aufträge ziehen den neuen. Ohne ihn überschreiben Änderungen die Historie, was spätestens bei Reklamationen, Serienfehlern oder Audits zum Problem wird. In dokumentationspflichtigen Branchen ist er faktisch Pflicht.

Ihr Kontakt

Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
Gabriele Görtz
Head of Sales & Growth

Sprechen Sie mit uns.

Ein Erstgespräch dauert 30 Minuten. Sie können auch direkt mit einem konkreten Thema kommen. Rufen Sie an oder schreiben Sie uns.
Willkommen bei der CPRO Gruppe

Ihr bisheriger Anbieter ist jetzt CPRO. Sie wurden automatisch auf unsere neue Website weitergeleitet. Für Sie ändert sich nur der Markenauftritt: Ihre Verträge behalten ihre Gültigkeit, Ihre Ansprechpartner und die Gesellschaft als Ihr Vertragspartner bleiben unverändert. Wir freuen uns, Sie hier begrüßen zu dürfen!