Pioneering the next step.
SAP Gold Partner

SAP-Wiki

ATP & aATP – Verfügbarkeitsprüfung

ATP (Available-to-Promise) ist die Verfügbarkeitsprüfung in SAP: Sie prüft bei der Auftragserfassung, ob ein Material zum Wunschtermin lieferbar ist. Gerechnet wird Bestand plus geplante Zugänge minus bereits zugesagte Abgänge. aATP (advanced ATP) ist der Nachfolger unter SAP S/4HANA und ergänzt Rückstandsbearbeitung, Produktallokation und alternative Lieferwerke.
Definition

Was ist ATP & aATP?

Hinter ATP steht eine einfache Frage mit teuren Folgen: Kann das Unternehmen den Termin halten, den es dem Kunden gerade zusagt? Die Verfügbarkeitsprüfung beantwortet sie im Moment der Auftragserfassung. Sie rechnet die ATP-Menge aus Bestand, geplanten Zugängen wie Fertigungsaufträgen oder Bestellungen und bereits vergebenen Zusagen. Reicht die Menge zum Wunschtermin nicht, schlägt das System einen späteren Termin oder Teillieferungen vor.

Relevant ist die Prüfung für jedes Unternehmen, das gegen Lagerbestand oder knappe Produktionskapazität verkauft. Im klassischen SAP ECC läuft ATP im Vertrieb gegen die ATP-Logik der Bedarfsübersicht. Unter SAP S/4HANA tritt aATP an diese Stelle: gleiche Grundfrage, aber mit Werkzeugen für den Fall, dass Ware wirklich knapp ist. Dann entscheidet aATP regelbasiert, welcher Kunde zuerst bedient wird und welches Werk liefert.

Die typische Stolperstelle ist das Customizing des Prüfumfangs. Er legt fest, welche Bestände und Zugänge in die Rechnung eingehen, etwa ob Qualitätsprüfbestand oder geplante Fertigungsaufträge zählen. Ein zu optimistischer Prüfumfang erzeugt Zusagen, die das Lager nie halten kann. Zweite Falle: Ohne geregelte Rückstandsbearbeitung bleiben alte Zusagen bestehen, während sich die Lage längst geändert hat. Genau dafür wurde die Rückstandsbearbeitung in aATP gebaut.

Funktionen

Wie funktioniert ATP & aATP?

Bei der Auftragserfassung ruft der Vertriebsbeleg die Verfügbarkeitsprüfung auf. Prüfgruppe im Materialstamm und Prüfregel des Vorgangs bestimmen gemeinsam den Prüfumfang, also welche Bestands- und Bewegungsarten in die ATP-Menge einfließen. Das Ergebnis ist ein bestätigter Termin je Auftragsposition, bei Bedarf aufgeteilt in mehrere Einteilungen. aATP erweitert dieses Fundament unter SAP S/4HANA um vier Bausteine: Die Rückstandsbearbeitung (Backorder Processing) verteilt Zusagen bei Engpässen nach Strategien neu, die Produktallokation reserviert Kontingente für wichtige Kunden oder Regionen, die alternativbasierte Bestätigung prüft automatisch andere Werke oder Lagerorte und Release for Delivery steuert die Freigabe zur Auslieferung.

Die Verfügbarkeitsprüfung lebt von den Daten der Nachbarmodule. Die Disposition liefert die geplanten Zugänge, das Lager die Bestände, der Vertrieb die Bedarfe. Nach der Zusage reserviert der Auftrag die Menge und beeinflusst damit jede folgende Prüfung. Bei der Lieferung greift die Prüfung erneut, bevor Kommissionierung und Warenausgang starten. In verteilten Landschaften kommt die Lagerverwaltung hinzu: Meldet das Lager Differenzen zurück, ändert sich die ATP-Menge sofort. Deshalb gehört Bestandsgenauigkeit zu den stillen Voraussetzungen jeder verlässlichen Terminzusage.

Vorteile
Verlässliche Terminzusagen

Der Vertrieb sagt Termine auf Basis realer Bestände und Zugänge zu. Das reduziert Rückfragen, Eskalationen und stille Terminverschiebungen.

Regeln für den Engpass

Die Rückstandsbearbeitung in aATP verteilt knappe Ware nach definierten Strategien neu. Wichtige Kunden verlieren ihre Zusage nicht an den schnellsten Auftrag.

Kontingente für Schlüsselkunden

Die Produktallokation reserviert Mengen je Kunde, Region oder Kanal. Ein Großauftrag kann das Kontingent der anderen nicht leerräumen.

Alternative Werke automatisch

Die alternativbasierte Bestätigung prüft weitere Werke und Lagerorte, bevor das System einen späteren Termin vorschlägt. Das hebt Lieferfähigkeit ohne Mehrbestand.

Grenzen
Customizing entscheidet alles

Prüfgruppe, Prüfregel und Prüfumfang steuern das Ergebnis. Ein falsch geschnittener Prüfumfang produziert systematisch unhaltbare Zusagen.

Kein Heilmittel bei Dauerengpass

Fehlt Ware chronisch, verwaltet auch aATP nur den Mangel. Die Ursache liegt dann in Absatzplanung, Disposition oder Lieferantenleistung.

aATP braucht Einführungsarbeit

Rückstandsbearbeitung und Produktallokation verlangen definierte Strategien und gepflegte Kontingente. Wer nur Standardprüfung braucht, sollte klein anfangen.

Abhängig von Datenqualität

Die Prüfung glaubt den geplanten Zugängen. Unrealistische Fertigungstermine oder ungepflegte Bestellbestätigungen machen jede Zusage wertlos.

FAQ

Häufige Fragen zu ATP & aATP – Verfügbarkeitsprüfung

Was ist der Unterschied zwischen ATP und aATP?
Die Grundprüfung ist dieselbe: verfügbare Menge gegen Wunschtermin. aATP ergänzt unter SAP S/4HANA die Werkzeuge für Engpässe, vor allem regelbasierte Rückstandsbearbeitung, Produktallokation und die automatische Prüfung alternativer Werke. Wer nie Engpässe hat, merkt kaum einen Unterschied. Wer knappe Ware fair verteilen muss, arbeitet mit aATP deutlich kontrollierter.
Brauche ich aATP nach dem Umstieg auf SAP S/4HANA sofort?
Nein. Die klassische Verfügbarkeitsprüfung funktioniert nach der Conversion weiter, viele Unternehmen starten genau so. Der Umstieg auf aATP lohnt sich, sobald Engpässe regelmäßig manuell verteilt werden oder Schlüsselkunden Kontingente brauchen. Sinnvoll ist ein stufenweiser Einstieg, meist zuerst mit der Rückstandsbearbeitung.
Was macht die Rückstandsbearbeitung (Backorder Processing)?
Sie prüft bestehende Auftragszusagen neu, wenn sich die Verfügbarkeit geändert hat, etwa nach einem Produktionsausfall. Nach definierten Strategien behalten, gewinnen oder verlieren Aufträge ihre bestätigten Mengen, priorisiert nach Kriterien wie Kundenpriorität oder Auftragsdatum. Das ersetzt das manuelle Umhängen von Zusagen, das in Engpassphasen sonst ganze Vertriebsteams beschäftigt.
Warum sagt das System Termine zu, die das Lager nicht halten kann?
Fast immer liegt es am Prüfumfang: Die Prüfung zählt Zugänge mit, die in der Praxis unsicher sind, etwa ungeprüfte Fertigungstermine oder unbestätigte Bestellungen. Manchmal fehlt auch die Rückstandsbearbeitung, sodass alte Zusagen nie an die neue Lage angepasst werden. Ein Review von Prüfgruppe, Prüfregel und Zugangsqualität findet die Ursache meist schnell.
Funktioniert die Verfügbarkeitsprüfung auch gegen die Produktion?
Ja. Neben der Prüfung gegen den Bestand kann ATP gegen geplante Zugänge wie Fertigungsaufträge prüfen. Bei Auftragsfertigung greift stattdessen die Prüfung gegen die Vorplanung oder eine Machbarkeitsaussage aus der Produktionsplanung. Welche Variante trägt, hängt von Fertigungsart und Wiederbeschaffungszeit ab und gehört in das Prüfumfang-Konzept.

Ihr Kontakt

Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
Gabriele Görtz
Head of Sales & Growth

Sprechen Sie mit uns.

Ein Erstgespräch dauert 30 Minuten. Sie können auch direkt mit einem konkreten Thema kommen. Rufen Sie an oder schreiben Sie uns.
Willkommen bei der CPRO Gruppe

Ihr bisheriger Anbieter ist jetzt CPRO. Sie wurden automatisch auf unsere neue Website weitergeleitet. Für Sie ändert sich nur der Markenauftritt: Ihre Verträge behalten ihre Gültigkeit, Ihre Ansprechpartner und die Gesellschaft als Ihr Vertragspartner bleiben unverändert. Wir freuen uns, Sie hier begrüßen zu dürfen!