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SAP on Azure – Hyperscaler-Betrieb

SAP on Azure bezeichnet den Betrieb von SAP-Systemen auf der Infrastruktur von Microsoft Azure. SAP zertifiziert dafür bestimmte VM-Typen und Speicherarten, hinterlegt in eigenen SAP-Hinweisen. Der Betrieb ist voll unterstützt, setzt aber eine definierte Supportbeziehung zu Microsoft voraus.
Definition

Was ist SAP on Azure?

Die wichtigste Unterscheidung ist nicht technischer, sondern vertraglicher Natur. Im klassischen Modell hält der Kunde oder sein Partner den Azure-Vertrag selbst. Er dimensioniert die Maschinen, betreibt Betriebssystem, Datenbank und SAP-Basis, baut Hochverfügbarkeit auf und verantwortet Sicherung und Patches. Microsoft liefert Rechenzentrum, Hardware und die Verfügbarkeit der Azure-Dienste. Bei RISE with SAP dagegen hält SAP den Infrastrukturvertrag und betreibt die Landschaft in einer eigenen Azure-Subscription, auf die der Kunde keinen Zugriff hat. Wer dort ein Problem meldet, meldet es SAP, nicht Microsoft.

Wer die Hardware wählt, wählt nicht frei. SAP gibt vor, welche Azure-Maschinentypen für SAP-Anwendungen und für SAP HANA zertifiziert sind, samt SAPS-Werten je Maschine, und welche Speicherarten zulässig sind. Für HANA sind das insbesondere die speicherstarken M-Reihen. Die früheren HANA Large Instances, also dedizierte Bare-Metal-Server, hat Microsoft dagegen abgekündigt und zum Ende des Jahres 2025 außer Betrieb genommen. Für neue HANA-Systeme kommen ausschließlich zertifizierte virtuelle Maschinen in Frage.

Bei der Verfügbarkeit lohnt genaues Lesen. Microsoft sagt für zwei Maschinen über zwei Verfügbarkeitszonen 99,99 Prozent zu, für zwei Maschinen in einer Verfügbarkeitsgruppe 99,95 Prozent und für eine einzelne Maschine mit schnellem Speicher 99,9 Prozent. Das sind Zusagen für die Infrastruktur, nicht für das SAP-System. Ob SAP verfügbar ist, entscheidet erst die Hochverfügbarkeitslösung darüber, also ein Cluster mit Pacemaker oder Windows Server Failover Clustering samt HANA System Replication. Andere Cluster-Frameworks sind für SAP nicht unterstützt.

Funktionen
Vorteile
Voll unterstützt

SAP und Microsoft unterstützen den Betrieb gemeinsam, sofern zertifizierte Maschinen und Speicherarten verwendet werden.

Kapazität in Stunden statt Monaten

Zusätzliche Systeme für Tests, Schulung oder eine Konvertierung lassen sich kurzfristig bereitstellen und danach wieder abbauen.

Rechenzentrum in Deutschland

Die Region Frankfurt bietet Verfügbarkeitszonen und erlaubt damit einen echten zonenübergreifenden Aufbau innerhalb Deutschlands.

Hyperscaler bleibt wählbar

Auch für RISE with SAP kann der Kunde zwischen mehreren zertifizierten Anbietern wählen, Azure ist einer davon.

Grenzen
IaaS modernisiert kein ERP

Ein ECC auf Azure-Maschinen bleibt ein ECC. Custom Code, Prozessstandardisierung und der Umstieg auf SAP S/4HANA sind danach unverändert offen.

Sizing ist die häufigste Fehlerquelle

SAPS-Bedarf, Speicherdurchsatz und Netzgrenzen der Maschine müssen zusammenpassen. Kurzzeitige Leistungsspitzen verdecken in Tests gern einen dauerhaften Engpass.

Hochverfügbarkeit bleibt Handarbeit

Cluster, Replikation und Failover baut und testet der Betrieb selbst. Nur Pacemaker und Windows Server Failover Clustering sind dafür unterstützt.

Zwei Kompetenzen gleichzeitig

Es braucht SAP-Basis und Azure-Wissen im selben Team. Ein Server, der woanders steht, ist deshalb noch lange kein einfacherer Server.

FAQ

Häufige Fragen zu SAP on Azure – Hyperscaler-Betrieb

Ist SAP on Azure dasselbe wie RISE with SAP?
Nein. Bei SAP on Azure hält der Kunde oder sein Partner den Azure-Vertrag und betreibt die SAP-Basis selbst. Bei RISE with SAP hält SAP den Infrastrukturvertrag und betreibt die Landschaft in einer eigenen Subscription, auf die der Kunde keinen Zugriff hat. Azure kann in beiden Modellen die Infrastruktur stellen.
Unterstützt SAP den Betrieb auf Azure vollständig?
Ja, sofern zertifizierte Maschinentypen und Speicherarten verwendet werden. SAP führt die zulässigen Kombinationen samt SAPS-Werten in eigenen Hinweisen und verlangt zusätzlich eine definierte Supportbeziehung zu Microsoft. Ein Azure-Abonnement ohne passenden Supportvertrag genügt dafür nicht. Wer davon abweicht, verliert im Störfall den Anspruch auf Unterstützung.
Gibt es HANA Large Instances noch?
Nein. Microsoft hat die dedizierten Bare-Metal-Server abgekündigt und zum Ende des Jahres 2025 außer Betrieb genommen. Für neue HANA-Systeme kommen ausschließlich die von SAP zertifizierten virtuellen Maschinen in Frage, insbesondere die speicherstarken M-Reihen. Wer noch auf Large Instances plant, arbeitet mit veralteten Unterlagen.
Wie hoch ist die garantierte Verfügbarkeit?
Microsoft sagt für zwei Maschinen über zwei Verfügbarkeitszonen 99,99 Prozent zu, in einer Verfügbarkeitsgruppe 99,95 Prozent und für eine einzelne Maschine mit schnellem Speicher 99,9 Prozent. Das gilt für die Infrastruktur. Die Verfügbarkeit des SAP-Systems entsteht erst durch Cluster und Datenbankreplikation.
Können wir unsere Daten in Deutschland halten?
Ja. Die Azure-Region Frankfurt bietet Verfügbarkeitszonen und erlaubt damit einen zonenübergreifenden Aufbau innerhalb Deutschlands. Microsoft hat zudem die EU-Datengrenze umgesetzt, allerdings mit ausdrücklich benannten Ausnahmen. Wer strenge Souveränitätsanforderungen hat, sollte diese Ausnahmen im Detail prüfen und sich nicht auf die Überschrift verlassen.

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Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
Gabriele Görtz
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