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OData

OData ist ein offener Protokollstandard, über den SAP-Systeme Daten als Web-Service bereitstellen. Fiori-Apps, mobile Anwendungen und externe Systeme lesen und schreiben darüber Geschäftsdaten, ohne die interne Datenbankstruktur zu kennen. In SAP-Systemen bauen OData-Services meist auf CDS Views oder RFC-Bausteinen auf.
Definition

Was ist OData?

OData, kurz für Open Data Protocol, ist ein von Microsoft und SAP mitentwickelter Standard für Web-Services auf Basis von REST und HTTP. SAP setzt OData seit den ersten Fiori-Apps als einheitliches Zugriffsprotokoll ein, um Geschäftsdaten für Browser, mobile Geräte und externe Systeme freizugeben. Der Zweck ist einfach beschrieben: Anwendungen sollen Daten lesen, anlegen und ändern können, ohne die Feinheiten der zugrunde liegenden SAP-Tabellen zu kennen.

Relevant ist OData für alle, die Fiori-Apps entwickeln, SAP-Daten in externe Portale einbinden oder mobile Anwendungen an SAP anschließen. Der Systemkontext reicht von S/4HANA über die SAP Business Technology Platform bis zu Non-SAP-Anwendungen, die per Integration Suite andocken. Wer eine App auf der SAP BTP baut, spricht in aller Regel über OData mit dem Kernsystem, seltener über klassische RFC-Verbindungen.

Ein OData-Service entsteht meist auf Basis eines CDS Views, den ein Entwickler über eine Annotation als Service freigibt. Danach folgt die Registrierung im Gateway beziehungsweise in den eingebauten OData-Services der Cloud-Systeme sowie ein Berechtigungstest. Typische Stolperstellen: zu grobe Berechtigungen auf Serviceebene, fehlende Fehlerbehandlung bei großen Datenmengen und Services, die zu viele Felder auf einmal ausliefern und dadurch Apps spürbar verlangsamen.

Funktionen

Wie funktioniert OData?

Technisch kapselt OData den Zugriff über HTTP-Methoden: GET liest Daten, POST legt an, PUT und PATCH ändern, DELETE entfernt Datensätze. Ein Metadatendokument beschreibt Struktur, Felder und Beziehungen, sodass Anwendungen den Service ohne Zusatzwissen verstehen. In SAP-Systemen läuft die technische Umsetzung über das SAP Gateway beziehungsweise, in S/4HANA Cloud, über eingebaute OData-Services, die direkt auf CDS Views oder Function-Modulen aufsetzen.

Zum Nachbarsystem Fiori besteht die engste Beziehung: Jede Fiori-App bezieht ihre Daten über einen oder mehrere OData-Services. Auch die SAP Integration Suite und Side-by-side-Extensibility-Anwendungen auf der SAP BTP greifen über OData auf das Kernsystem zu. Wo ältere Systeme noch auf IDoc oder BAPI setzen, übernimmt OData zunehmend die Rolle der einheitlichen Schnittstelle nach außen.

Vorteile
Standardisierter Zugriff

Ein Protokoll für Web, Mobile und externe Systeme ersetzt viele proprietäre Schnittstellen. Entwickler lernen einmal, wie ein Service angesprochen wird.

Selbstbeschreibend

Das Metadatendokument liefert Struktur und Feldinformationen automatisch mit. Externe Entwickler brauchen keine separate Schnittstellendokumentation, um loszulegen.

Basis für Fiori

Ohne OData läuft keine Fiori-App. Wer Fiori einsetzt, nutzt OData automatisch mit, meist ohne es bewusst wahrzunehmen.

Browserfreundlich

Als HTTP-basiertes Protokoll funktioniert OData durch Firewalls und Proxys, die klassische RFC-Verbindungen oft blockieren.

Erweiterbar über BTP

Side-by-side-Anwendungen auf der SAP BTP konsumieren und erweitern OData-Services, ohne den SAP-Kern selbst anzufassen.

Grenzen
Performance bei großen Datenmengen

Schlecht gefilterte Abfragen mit vielen Datensätzen belasten Netzwerk und Anwendungsserver. Paging und gezielte Filter gehören von Anfang an ins Design.

Berechtigungsdesign nötig

Ein Service ist nur so sicher wie seine Berechtigungsprüfung. Wer Standardrollen unreflektiert übernimmt, öffnet unter Umständen mehr Daten als beabsichtigt.

Nicht für Massenverarbeitung gedacht

Für große Batch-Läufe oder Massendatenübertragungen bleiben klassische Schnittstellen wie IDoc oder direkte Datenbankzugriffe oft die praktischere Wahl.

Versionierung braucht Disziplin

Änderungen an einem produktiv genutzten Service wirken sich sofort auf alle anschließenden Apps aus. Ohne Versionsstrategie drohen Brüche bei Updates.

FAQ

Häufige Fragen zu OData

Was ist der Unterschied zwischen OData und einer klassischen API?
OData ist selbst eine Art Web-API, bringt aber im Unterschied zu einer generischen REST-Schnittstelle einen festen Protokollstandard und ein mitgeliefertes Metadatendokument mit. Eine selbst gebaute REST-API muss Struktur, Filter und Beziehungen jedes Mal neu definieren, OData liefert diese Konventionen bereits mit und macht Services dadurch leichter wiederverwendbar.
Brauche ich OData auch bei SAP ECC?
SAP ECC unterstützt OData über das SAP Gateway, das als Zusatzkomponente installiert werden muss. Nativ und ohne zusätzliche Installation läuft OData erst ab S/4HANA und in den Cloud-Editionen, wo die Services direkt eingebaut sind. Wer auf ECC Fiori-Apps betreiben will, kommt um das Gateway nicht herum.
Wie sicher sind OData-Services?
Genauso sicher wie die dahinterliegende Berechtigungsprüfung, das Protokoll selbst bringt lediglich Authentifizierung über Standardverfahren mit. Die eigentliche Absicherung liegt im Rollen- und Berechtigungskonzept des Kunden, ergänzt um Filter auf Serviceebene. Wer Standardrollen unreflektiert übernimmt, öffnet oft mehr Daten, als eigentlich vorgesehen war.
Kann ich bestehende RFC-Schnittstellen durch OData ersetzen?
Technisch ist das oft möglich, wirtschaftlich nicht immer sinnvoll. Für Web- und Mobile-Zugriffe lohnt sich die Umstellung, weil OData durch Firewalls funktioniert und selbstbeschreibend ist. Für stabile, tief integrierte System-zu-System-Verbindungen ohne Web-Bezug bleibt die klassische RFC-Schnittstelle häufig die einfachere und bewährte Lösung im Betrieb.
Wie viele OData-Services braucht ein typisches S/4HANA-System?
Das hängt von der Zahl genutzter Fiori-Apps und der Menge an Eigenentwicklungen ab. Der Standard liefert bereits mehrere hundert vorgefertigte Services für Finanzwesen, Logistik und weitere Module mit. Eigene Services kommen dazu, sobald unternehmensspezifische Anforderungen entstehen, die der Standardumfang nicht abdeckt.

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Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
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