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SAP Customer Data Cloud

SAP Customer Data Cloud ist die Lösung der SAP für Customer Identity and Access Management, kurz CIAM. Sie verwaltet Anmeldung, Profildaten und Einwilligungen von Endkunden über verschiedene Kanäle hinweg und bündelt das Consent-Management nach DSGVO. Unternehmen mit vielen Endkundenkonten nutzen sie als zentrale Identitätsdrehscheibe.
Definition

Was ist SAP Customer Data Cloud?

SAP Customer Data Cloud geht auf die 2017 übernommene Plattform Gigya zurück und bildet seither das zentrale Identitäts- und Consent-Management im SAP-CX-Portfolio. Kern ist ein einheitliches Kundenprofil, das Login-Daten, Präferenzen und Einwilligungen über Website, Shop, App und weitere Kanäle hinweg konsistent zusammenführt. Anstelle vieler getrennter Logins entsteht so eine einheitliche Kundenidentität, die von Marketing, Vertrieb und Service gleichermaßen genutzt werden kann, ohne Daten mehrfach zu pflegen.

Relevant ist die Lösung für Unternehmen mit direktem Endkundenkontakt über mehrere digitale Kanäle, etwa Onlineshop, Kundenportal und mobile App. Sie sitzt vor den eigentlichen Fachsystemen: Anmeldung und Einwilligung laufen über Customer Data Cloud, das freigegebene Profil geht anschließend an SAP Commerce Cloud, SAP Emarsys oder andere angebundene Systeme weiter. Ohne mehrere Kundenkanäle bringt eine eigene CIAM-Lösung meist wenig zusätzlichen Nutzen.

In Projekten entscheidet das Datenmodell über den Erfolg: Welche Attribute werden zentral geführt, welche bleiben im jeweiligen Fachsystem bestehen. Eine häufige Stolperstelle ist die Migration bestehender Kundenkonten aus gewachsenen Altsystemen, weil doppelte oder unvollständige Datensätze vorab bereinigt werden müssen. Auch das Consent-Management braucht eine klare fachliche Konzeption, welche Einwilligungen wofür eingeholt und wie sie anschließend revisionssicher dokumentiert und regelmäßig aktualisiert werden.

Funktionen

Wie funktioniert SAP Customer Data Cloud?

Technisch bündelt SAP Customer Data Cloud Registrierung, Login und Profilverwaltung in einer zentralen Identität, die über Standardprotokolle wie OpenID Connect sicher an angebundene Anwendungen weitergegeben wird. Ein integriertes Consent-Management protokolliert lückenlos, welche Einwilligung ein Kunde wann für welchen Zweck erteilt hat, und macht diese Historie für Audits jederzeit nachvollziehbar. Progressive Profiling sammelt zusätzliche Präferenzdaten schrittweise bei jeder weiteren Interaktion, statt den Kunden schon bei der Erstregistrierung mit einem langen Formular zu belasten.

Im Zusammenspiel gibt Customer Data Cloud das freigegebene Kundenprofil an SAP Commerce Cloud für den Checkout, an SAP Emarsys für die zielgerichtete Kampagnensteuerung und an die Sales and Service Cloud für nachgelagerte Serviceprozesse weiter. Alle angebundenen Systeme greifen so auf dieselbe Kundenidentität zu, statt eigene Logins und Profile getrennt voneinander zu pflegen. Änderungen an Einwilligungen wirken sich damit unmittelbar und automatisch auf alle angeschlossenen Kanäle aus.

Vorteile
Ein Login für alle Kanäle

Kunden melden sich einmal an und nutzen dieselbe Identität in Shop, Portal und App, ohne mehrfach Daten zu hinterlegen.

DSGVO-konformes Consent-Management

Einwilligungen werden zentral erfasst, versioniert und revisionssicher dokumentiert, was Nachweise bei Prüfungen erleichtert.

Progressive Profiling

Präferenzdaten wachsen mit jeder Interaktion, statt Kunden bei der Registrierung mit langen Formularen abzuschrecken.

Zentrale Kundensicht

Marketing, Vertrieb und Service greifen auf dasselbe Profil zu und vermeiden widersprüchliche oder veraltete Datenstände.

Grenzen
Nur bei mehreren Kanälen sinnvoll

Mit nur einem Kundenkanal lohnt sich eine eigene CIAM-Plattform selten. Der Nutzen entsteht erst, wenn mehrere Systeme dieselbe Identität teilen.

Migrationsaufwand aus Altsystemen

Bestehende Kundenkonten müssen bereinigt und zusammengeführt werden. Doppelte oder unvollständige Datensätze verursachen in Projekten regelmäßig Mehraufwand.

Consent-Konzept vorab nötig

Ohne klare Vorgaben, welche Einwilligungen wofür eingeholt werden, bleibt auch das ausgereifteste Werkzeug wirkungslos. Das Fachkonzept muss vor der technischen Einführung stehen.

FAQ

Häufige Fragen zu SAP Customer Data Cloud

Was ist der Unterschied zwischen SAP Customer Data Cloud und Identity Management?
Identity Management verwaltet interne Mitarbeiterkonten und deren Berechtigungen innerhalb der eigenen IT-Landschaft, Customer Data Cloud regelt dagegen Login und Einwilligung von Endkunden über öffentliche digitale Kanäle. Beide Systeme adressieren unterschiedliche Zielgruppen und Anwendungsfälle und ersetzen sich in der Praxis nicht gegenseitig.
Ist SAP Customer Data Cloud DSGVO-konform?
Die Lösung bietet Funktionen für Consent-Management, Datenauskunft und Löschung von Kundendaten, die eine DSGVO-konforme Umsetzung technisch unterstützen. Die tatsächliche Konformität hängt aber von der konkreten Konfiguration und den unternehmensinternen Prozessen ab, nicht allein vom eingesetzten Werkzeug, das nur ein Baustein im Gesamtprozess bleibt.
Für welche Unternehmen lohnt sich SAP Customer Data Cloud?
Vor allem für Unternehmen mit direktem Endkundenkontakt über mehrere digitale Kanäle wie Onlineshop, Kundenportal und mobile App gleichzeitig. Mit nur einem einzigen Kanal reicht häufig eine einfachere Login-Lösung, der Aufwand für eine eigene CIAM-Plattform lohnt sich dann in den meisten Fällen selten.
Wie lange dauert die Einführung von SAP Customer Data Cloud?
Die Dauer hängt an der Anzahl der angebundenen Kanäle, dem Migrationsumfang bestehender Kundenkonten und der Komplexität des geplanten Consent-Konzepts. Ein sauberes Fachkonzept vorab verkürzt die spätere technische Umsetzung deutlich und reduziert Nacharbeiten während der Testphase kurz vor dem geplanten Go-live.
Kann SAP Customer Data Cloud auch ohne SAP Commerce Cloud eingesetzt werden?
Ja, die Lösung funktioniert eigenständig und lässt sich an verschiedene Frontend-, Marketing- und Serviceanwendungen unabhängig vom Hersteller anbinden. In der Praxis wird sie aber häufig gemeinsam mit SAP Commerce Cloud oder SAP Emarsys eingeführt, weil der Nutzen dann besonders groß ausfällt.

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Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
Gabriele Görtz
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