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Focused Build

Focused Build ist eine SAP-Methodik mit zugehörigem Werkzeugkasten, der auf dem SAP Solution Manager aufsetzt und agile Softwareentwicklung mit dem klassischen Change- und Testmanagement großer SAP-Projekte verbindet. Anforderungen, Entwicklung, Test und Freigabe laufen dabei in einem durchgängigen Requirement-to-Deploy-Prozess.
Definition

Was ist Focused Build?

Focused Build wurde von SAP für große, oft internationale Transformationsprojekte entwickelt, in denen viele Teams parallel Anforderungen umsetzen. Die Methodik baut auf dem SAP Solution Manager auf und ergänzt dessen Change Request Management um agile Elemente wie Sprints, Backlogs und Story-Boards. Ziel ist ein durchgängiger Requirement-to-Deploy-Prozess, der Anforderung, Entwicklung, Test und Produktivsetzung in einem Werkzeug abbildet.

Relevant ist Focused Build für Projekte mit vielen Beteiligten, mehreren Workstreams und dem Anspruch, Fortschritt und Testabdeckung jederzeit transparent zu machen, etwa bei einer Brownfield-Conversion oder einer Neueinführung mit hoher Prozesskomplexität. Für kleine Projekte mit wenigen Beteiligten und überschaubarem Testumfang ist der Aufwand, die Methodik einzuführen, oft größer als der Nutzen. Die Entscheidung dafür fällt deshalb meist projektbezogen, nicht als generelle Unternehmensvorgabe.

Der Einstieg setzt einen eingerichteten SAP Solution Manager voraus, auf dem Focused Build als Zusatzszenario aktiviert und konfiguriert wird. Projektteams müssen sich zusätzlich auf ein gemeinsames Vorgehen bei Sprintplanung und Testfallpflege einigen. Unterschätzt wird oft der Schulungsaufwand für Teammitglieder, die bisher klassisch im Wasserfall gearbeitet haben und sich erst an Backlog-Pflege und Story-Boards gewöhnen müssen.

Funktionen

Wie funktioniert Focused Build?

Technisch organisiert Focused Build Anforderungen als Stories und Requirements in einem Backlog, das Teams in Sprints abarbeiten. Jede Änderung durchläuft im Solution Manager die bekannten Transportwege, ergänzt um Testfälle, die im integrierten Testmanagement gepflegt und automatisiert ausgeführt werden können. Story-Boards und Reports zeigen Fortschritt je Team und Workstream in Echtzeit, sodass Projektleitung und Fachbereich denselben Stand sehen. SAP Notes und Support Packages lassen sich über dieselbe Struktur nachvollziehbar in Test und Rollout einsteuern.

Focused Build sitzt organisatorisch zwischen der Prozessanalyse, etwa mit SAP Signavio, und dem produktiven Betrieb, für den anschließend Change Request Management und die Einspielung von Support Packages im Solution Manager übernehmen. In Richtung SAP Cloud ALM ergänzt sich die Methodik, weil beide Werkzeuge auf ähnliche Anforderungs- und Teststrukturen setzen, nur mit unterschiedlichem Betriebsmodell, on-premise beim Solution Manager, cloudbasiert bei Cloud ALM.

Vorteile
Durchgängiger Prozess

Anforderung, Entwicklung, Test und Freigabe laufen in einem Werkzeug, ohne Medienbrüche zwischen separaten Listen und Tabellen.

Transparenz über Teams

Story-Boards und Reports zeigen Fortschritt je Workstream, das erleichtert die Steuerung großer, verteilter Projektteams.

Agil auf bewährter Basis

Sprintplanung und Backlogs verbinden sich mit dem etablierten Change- und Testmanagement des Solution Managers, statt beides getrennt zu betreiben.

Integriertes Testmanagement

Testfälle lassen sich direkt aus Anforderungen ableiten und dem jeweiligen Sprint zuordnen, das erleichtert Testabdeckung und Nachverfolgung.

Kein Zusatzsystem nötig

Focused Build läuft im bestehenden Solution Manager, es muss kein separates Projektmanagement-Tool eingeführt werden.

Grenzen
Setzt Solution Manager voraus

Ohne eingerichteten und aktuell gehaltenen Solution Manager lässt sich Focused Build nicht sinnvoll betreiben.

Einführungsaufwand für kleine Projekte

Bei überschaubaren Projekten mit wenigen Beteiligten steht der Konfigurations- und Schulungsaufwand oft nicht im Verhältnis zum Nutzen.

Kulturwandel nötig

Teams, die bisher im Wasserfall gearbeitet haben, brauchen Zeit, um sich an Sprints, Backlogs und Story-Boards zu gewöhnen.

On-Premise-Bindung

Als Solution-Manager-Erweiterung bleibt Focused Build an die On-Premise-Welt gebunden, während SAP mit Cloud ALM zunehmend Richtung Cloud investiert.

FAQ

Häufige Fragen zu Focused Build

Was ist der Unterschied zwischen Focused Build und SAP Cloud ALM?
Focused Build erweitert den klassischen, on-premise betriebenen SAP Solution Manager um agile Projektsteuerung, Cloud ALM ist die eigenständige, cloudbasierte SAP-Lösung für denselben Zweck. Beide verfolgen ein ähnliches Ziel mit unterschiedlichem Betriebsmodell und unterschiedlicher Zukunftssicherheit, weil SAP stärker in Cloud ALM investiert.
Brauche ich für Focused Build zwingend Scrum-Kenntnisse im Team?
Grundkenntnisse in agilen Konzepten wie Sprints und Backlogs helfen deutlich. Zwingend sind sie nicht, aber Teams ohne jede Erfahrung brauchen mehr Einarbeitungszeit, bis Story-Boards und Sprintplanung im Projektalltag funktionieren und von allen Beteiligten akzeptiert werden.
Lohnt sich Focused Build für kleinere SAP-Projekte?
Selten. Bei überschaubaren Projekten mit wenigen Beteiligten steht der Konfigurations- und Schulungsaufwand meist nicht im Verhältnis zum Nutzen. Die Methodik entfaltet ihre Stärke erst bei mehreren parallelen Workstreams mit hohem Abstimmungsbedarf zwischen Teams und vielen gleichzeitigen Testzyklen.
Kann Focused Build auch für den laufenden Betrieb genutzt werden?
Ja, über die Anbindung an das Change Request Management des Solution Managers lassen sich auch Support Packages und SAP Notes im gleichen Rahmen testen und einsteuern. Der Ansatz deckt damit auch den laufenden Betrieb ab, über die reine Projektarbeit hinaus.
Ersetzt Focused Build das klassische Testmanagement im Solution Manager?
Nein, es baut darauf auf und ergänzt es um agile Elemente wie Sprints und Story-Boards. Klassische Testfallverwaltung und Change Request Management bleiben Teil des Gesamtprozesses und laufen unter derselben Solution-Manager-Oberfläche weiter, nur ergänzt um Sprintstruktur und Backlog.

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Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
Gabriele Görtz
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