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Brownfield-Conversion

Die Brownfield-Conversion überführt ein bestehendes SAP-ECC-System technisch nach SAP S/4HANA. Prozesse, Eigenentwicklungen und Belege bleiben erhalten, die Datenbank wechselt auf SAP HANA. Der Gegenentwurf ist die Greenfield-Implementierung, also die Neueinführung ohne Altlasten.
Definition

Was ist Brownfield-Conversion?

Technisch ist die Brownfield-Conversion eine Systemkonvertierung: Der Software Update Manager mit Database Migration Option hebt das ECC-System in einem Durchgang auf S/4HANA und migriert die Datenbank auf SAP HANA. Buchungshistorie, Customizing und Eigenentwicklungen ziehen mit um. Anwender finden ihre Prozesse nach dem Go-live wieder, ergänzt um die neuen Oberflächen und Funktionen der Zielplattform.

Der Weg passt für Unternehmen, deren Prozesse im ECC über Jahre eingespielt und weiterhin tragfähig sind. Wer seine Abläufe grundlegend neu ordnen will, fährt mit einer Neueinführung oder einer Selective Data Transition oft besser. Die ehrliche Bestandsaufnahme vor der Entscheidung gehört deshalb zu jedem seriösen Konvertierungsprojekt: Wie viel Eigenentwicklung wird tatsächlich genutzt? Welche Prozesse sollen bleiben, welche stören seit Jahren?

Vor der Konvertierung stehen Pflichtaufgaben: der Readiness Check, die Custom-Code-Analyse für alle Eigenentwicklungen, die Umstellung auf das neue Hauptbuch und die Bereinigung der Geschäftspartner. Wer zusätzlich Altdaten archiviert, senkt das HANA-Sizing und verkürzt die Downtime beim Cutover. Die eigentliche Umstellung läuft dann an einem verlängerten Wochenende, geprobt in mindestens einem Testzyklus.

Funktionen

Wie funktioniert Brownfield-Conversion?

Das Werkzeug der Conversion ist der Software Update Manager (SUM) mit Database Migration Option (DMO): Er tauscht in einem Lauf das Software-Release, konvertiert die Datenstrukturen und migriert die Datenbank auf SAP HANA. Die Belege der Finanzbuchhaltung wandern dabei ins Universal Journal, dem vereinheitlichten Buchungsmodell von S/4HANA. Kundenaufträge, Bestände und offene Posten bleiben vollständig erhalten und sind nach dem Go-live unverändert nutzbar.

Vor dem eigentlichen Lauf stehen die Vorprojekte: Die Kreditoren und Debitoren werden über die Customer-Vendor-Integration zu Business Partnern, eigene Programme durchlaufen die Custom-Code-Analyse, und der Readiness Check zeigt, welche Funktionen der Zielversion sich vom Bestand unterscheiden. Geprobt wird das Ganze in mindestens einem vollständigen Testzyklus auf einer Systemkopie, inklusive Zeitmessung für das Cutover-Wochenende.

Vorteile
Prozesse bleiben

Eingespielte Abläufe, Rollen und Berechtigungen ziehen mit um. Die Organisation muss nicht neu lernen, was sie seit Jahren gut macht.

Historie komplett

Belege, Bestände und Auswertungen bleiben im System. Kein Parallelbetrieb von Alt- und Neusystem für den Blick zurück.

Kürzeste Projektdaür

Ohne Neukonzeption der Prozesse ist die Conversion meist der schnellste Weg auf S/4HANA, mit entsprechend geringerem Beratungsaufwand.

Kalkulierbares Risiko

Der technische Ablauf ist tausendfach erprobt und wird im Testzyklus mit der eigenen Landschaft geprobt, inklusive gemessener Downtime.

Grenzen
Altlasten ziehen mit

Unsaubere Stammdaten und totgelaufene Eigenentwicklungen verschwinden nicht durch die Konvertierung. Wer nicht aufräumt, nimmt die Probleme mit.

Kein Prozess-Neustart

Wer seine Abläufe grundlegend neu ordnen will, kämpft nach der Conversion weiter mit den alten Strukturen. Dann ist Greenfield oder Selective Data Transition der bessere Weg.

Downtime beim Cutover

Das Umstellungswochenende braucht einen Systemstillstand. Für Betriebe mit 24/7-Produktion muss das Zeitfenster sorgfältig geplant und geprobt werden.

FAQ

Häufige Fragen zu Brownfield-Conversion

Wie lange daürt eine Brownfield-Conversion?
Das hängt an Systemgröße, Eigenentwicklungen und Testtiefe. In den CPRO-Referenzen reicht die Spanne von 4,5 Monaten bei GARANT Productions bis zu 18 Monaten bei komplexen, regulierten Landschaften. Ein Readiness Check liefert die belastbare Schätzung für das eigene System.
Bleiben Eigenentwicklungen bei der Conversion erhalten?
Ja, der Code zieht mit um. Jede Eigenentwicklung durchläuft vorher die Custom-Code-Analyse: Was auf S/4HANA nicht mehr lauffähig ist, wird angepasst, was niemand mehr nutzt, wird stillgelegt. Erfahrungsgemäß ist der zweite Fall häufiger, als Kunden erwarten.
Was kostet der Brownfield-Weg im Vergleich zur Neueinführung?
Die Conversion ist meist der schnellere und damit günstigere Weg, weil Prozesse und Schulungsaufwand weitgehend erhalten bleiben. Sie übernimmt aber auch die Altlasten. Ein Vergleich beider Wege auf Basis der eigenen Landschaft gehört deshalb in jede Entscheidungsvorlage.
Welche Vorarbeiten entscheiden über den Erfolg einer Conversion?
Drei Baustellen bestimmen Aufwand und Risiko: die Business-Partner-Umstellung, die Bereinigung der Eigenentwicklungen nach der Custom-Code-Analyse und die Datenqualität der Stammdaten. Wer zusätzlich Altdaten archiviert, verkürzt die Downtime und senkt das HANA-Sizing. Diese Punkte gehören in die Projektplanung, bevor der Termin für das Cutover-Wochenende steht.
Kann der Betrieb während der Brownfield-Conversion weiterlaufen?
Ja, bis auf das Umstellungswochenende. Das Projekt läuft auf Systemkopien und Testsystemen, das Produktivsystem bleibt unberührt. Erst beim Cutover wird das System eingefroren, konvertiert und nach dem Abnahmetest wieder freigegeben. Die dafür nötige Downtime wird vorher im Testlauf gemessen.

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Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
Gabriele Görtz
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