Pioneering the next step.
SAP Gold Partner

SAP-Wiki

NAS – Network Attached Storage

NAS (Network Attached Storage) bezeichnet einen Dateiserver, der über das Netzwerk zentral Speicherplatz für mehrere Nutzer und Anwendungen bereitstellt. Anders als eine lokale Festplatte ist ein NAS-System eigenständig im Netzwerk erreichbar und wird meist über Standardprotokolle wie NFS oder SMB angesprochen. Im SAP-Umfeld dient NAS häufig als zentraler Ablageort für Dokumente, Archive oder Schnittstellendateien.
Definition

Was ist NAS?

Ein NAS-System ist im Kern ein spezialisierter Server, der ausschließlich Dateispeicher über das Netzwerk bereitstellt, meist mit eigenem Betriebssystem, redundanten Festplatten und einer eigenen Verwaltungsoberfläche. Der Zugriff erfolgt über Standardprotokolle wie NFS für Unix- und Linux-Systeme oder SMB für Windows, wodurch mehrere Server und Arbeitsplätze gleichzeitig auf dieselben Dateien zugreifen können. Ursprünglich für Dateiserver in Unternehmensnetzwerken entwickelt, hat sich NAS auch als Speicherbasis für Anwendungsserver etabliert.

Relevant ist NAS für SAP-Basis-Teams, die zentralen Speicher für Dokumentenablagen, Schnittstellenverzeichnisse oder Archivdaten benötigen, etwa im Zusammenspiel mit der SAP-Archivierung über das Archive Development Kit (ADK). Auch Anwendungen, die Dateien mit mehreren SAP-Anwendungsservern teilen müssen, etwa für Batch-Verarbeitung oder Reportausgaben, greifen häufig auf ein zentrales NAS zurück statt auf lokalen Speicher je Server.

In der Praxis entscheidet die Anbindung über Erfolg oder Frust: Ein zu knapp dimensioniertes Netzwerk zwischen Anwendungsserver und NAS bremst den Datenzugriff spürbar, gerade bei großen Archivvolumen. Ein weiterer Stolperstein ist die Berechtigungsvergabe auf Dateisystemebene, die getrennt von den SAP-eigenen Berechtigungen gepflegt werden muss und in Projekten oft vergessen wird, bis der erste Zugriffsfehler auftritt.

Funktionen

Wie funktioniert NAS?

Technisch stellt ein NAS-System sein Dateisystem über das Netzwerk als freigegebenes Verzeichnis bereit, das andere Server oder Arbeitsplätze einbinden wie ein lokales Laufwerk. Die Protokolle NFS oder SMB regeln dabei, wie Dateien gesperrt, geschrieben und gelesen werden, während das NAS selbst für Redundanz über RAID-Verbünde und häufig auch für automatisierte Backups sorgt. Anders als ein Storage Area Network (SAN) arbeitet NAS auf Dateiebene, nicht auf Blockebene.

Im SAP-Kontext bindet der Anwendungsserver ein NAS-Verzeichnis meist über das Betriebssystem ein, SAP selbst greift dann über den normalen Dateisystempfad darauf zu, etwa für Archivdaten aus dem ADK, Schnittstellendateien aus IDoc– oder Batch-Verarbeitungen oder gemeinsame Ablagen für mehrere Anwendungsserver in einem SAP-System. Fällt das NAS aus oder bricht die Netzwerkverbindung ab, bemerken SAP-Anwendungsserver das meist sofort als Fehler beim Dateizugriff.

Vorteile
Zentraler Zugriff

Mehrere Server und Anwendungen teilen sich denselben Speicher, ohne Dateien redundant auf jedem System vorzuhalten. Das spart Plattenplatz und vereinfacht die Datensicherung, weil nur eine Stelle gepflegt werden muss.

Einfache Einbindung

Über Standardprotokolle wie NFS oder SMB lässt sich ein NAS ohne aufwendige Sonderkonfiguration in bestehende Serverlandschaften einbinden.

Skalierbarer Speicher

Kapazität lässt sich unabhängig von einzelnen Anwendungsservern erweitern, was bei wachsenden Archiv- oder Schnittstellenvolumen Zeit spart. Ein Engpass in einer Anwendung zwingt so nicht gleich zum Austausch der gesamten Serverhardware.

Getrennte Verwaltung

Speicherverwaltung liegt beim Storage-Team, nicht bei jedem einzelnen Anwendungsverantwortlichen. Das entlastet SAP-Basis-Teams im Alltag.

Grenzen
Netzwerk als Flaschenhals

Die Performance hängt direkt an der Netzwerkanbindung. Bei unterdimensionierten Verbindungen wird der Dateizugriff spürbar langsamer als bei lokalem Speicher. Eine saubere Netzwerkplanung gehört deshalb von Anfang an in jedes NAS-Konzept.

Kein Ersatz für Datenbankspeicher

Für transaktionsintensive SAP-Datenbanken ist Blockspeicher über ein SAN oder direkt angebundenen Storage meist die bessere Wahl als NAS.

Eigene Berechtigungsebene

Zugriffsrechte auf Dateisystemebene laufen getrennt von den SAP-Berechtigungen und werden in Projekten häufig zu spät mitgedacht. Ein regelmäßiger Abgleich zwischen beiden Berechtigungswelten verhindert, dass alte Zugriffsrechte unbemerkt bestehen bleiben.

Abhängigkeit vom Anbieter

Ausfall oder Wartung des NAS-Systems betrifft alle angebundenen Server gleichzeitig. Redundanz und Backup-Konzept sind deshalb Pflicht, kein optionales Extra.

FAQ

Häufige Fragen zu NAS – Network Attached Storage

Ist NAS dasselbe wie eine Cloud-Festplatte?
Nicht ganz. Ein NAS-System steht meist im eigenen Rechenzentrum oder Serverraum und wird über das lokale Netzwerk erreicht. Cloud-Speicher liegt bei einem externen Anbieter und wird über das Internet angebunden, mit anderen Anforderungen an Latenz und Anbindung.
Wofür wird NAS im SAP-Umfeld typischerweise genutzt?
Häufig für zentrale Dokumentenablagen, Archivdaten aus der SAP-Archivierung über das ADK, Schnittstellenverzeichnisse für Batch- oder IDoc-Verarbeitung sowie gemeinsame Ablagen für mehrere Anwendungsserver. Welche Variante passt, hängt vom Datenvolumen und den Anforderungen an Zugriffsgeschwindigkeit ab.
Ist NAS oder SAN die bessere Wahl für eine SAP-Datenbank?
Für performancekritische SAP-Datenbanken ist Blockspeicher über ein SAN oder direkt angebundenen Storage in der Regel die passendere Lösung. NAS eignet sich besser für Dateiablagen ohne harte Latenzanforderungen. Viele SAP-Basis-Teams kombinieren deshalb beide Speicherarten je nach Anwendungsfall im selben Rechenzentrum.
Wie sicher sind Daten auf einem NAS-System?
Das hängt vom Konzept ab: RAID-Verbünde schützen vor einzelnen Festplattenausfällen, ersetzen aber kein Backup. Ein separates Backup- und Wiederherstellungskonzept gehört für produktiv genutzte NAS-Systeme zur Grundausstattung. Ohne getestete Wiederherstellung bleibt im Ernstfall unklar, wie schnell Daten tatsächlich verfügbar sind.
Wer kümmert sich im SAP-Betrieb um die NAS-Anbindung?
In der Regel das SAP-Basis-Team gemeinsam mit dem Storage- oder Infrastrukturteam. Zugriffsrechte, Netzwerkanbindung und Backup liegen dabei außerhalb der klassischen SAP-Berechtigungsverwaltung. Klare Zuständigkeiten zwischen beiden Teams verhindern, dass Berechtigungsfragen im Ernstfall unbeantwortet bleiben.

Ihr Kontakt

Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
Gabriele Görtz
Head of Sales & Growth

Sprechen Sie mit uns.

Ein Erstgespräch dauert 30 Minuten. Sie können auch direkt mit einem konkreten Thema kommen. Rufen Sie an oder schreiben Sie uns.
Willkommen bei der CPRO Gruppe

Ihr bisheriger Anbieter ist jetzt CPRO. Sie wurden automatisch auf unsere neue Website weitergeleitet. Für Sie ändert sich nur der Markenauftritt: Ihre Verträge behalten ihre Gültigkeit, Ihre Ansprechpartner und die Gesellschaft als Ihr Vertragspartner bleiben unverändert. Wir freuen uns, Sie hier begrüßen zu dürfen!