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Software as a Service (SaaS)

Software as a Service, kurz SaaS, bezeichnet ein Bereitstellungsmodell, bei dem Anwendungen beim Anbieter laufen und Kunden sie über den Browser gegen ein laufendes Abonnement nutzen. Installation, Betrieb und Updates übernimmt der Anbieter. SAP S/4HANA Public Cloud und SAP Business One sind SAP-Beispiele für dieses Modell.
Definition

Was ist Software as a Service?

SaaS steht für Software as a Service und meint Software, die über das Internet als Dienst genutzt wird, ohne lokale Installation beim Kunden. Der Anbieter betreibt Rechenzentrum, Datenbank und Anwendung zentral und stellt sie mehreren Kunden gleichzeitig über eine gemeinsame oder mandantengetrennte Infrastruktur bereit. Abgerechnet wird meist über ein laufendes Abonnement statt über eine einmalige Lizenz. Der Begriff etablierte sich mit dem Aufstieg cloudbasierter Geschäftsanwendungen und bildet heute den Kern vieler moderner ERP-Angebote.

Relevant ist SaaS für Unternehmen, die IT-Betrieb, Wartung und Infrastruktur nicht selbst verantworten wollen und dafür feste, planbare Kosten bevorzugen. Im SAP-Umfeld begegnet der Begriff vor allem bei SAP S/4HANA Public Cloud und SAP Business One Cloud, beide reine SaaS-Angebote mit Standardprozessen. Eingebettet ist SaaS in ein größeres Spektrum von Cloud-Modellen zwischen klassischer On-Premise-Lizenz und Infrastructure as a Service, mit Private Cloud als Zwischenstufe.

Vor der Entscheidung für ein SaaS-Modell steht die Frage nach Standardnähe: Prozesse müssen sich weitgehend an vorgegebene Strukturen anpassen, weil individuelle Eingriffe ins Kernsystem eingeschränkt oder ausgeschlossen sind. Release-Wechsel erfolgen automatisch und in festem Rhythmus, ohne dass der Kunde den Zeitpunkt wählt. Häufiger Stolperstein ist die Erwartung, alte Sonderlösungen ließen sich unverändert mitnehmen, das widerspricht dem Prinzip standardisierter Bereitstellung.

Funktionen

Wie funktioniert Software as a Service?

Technisch betreibt der Anbieter Anwendung, Datenbank und Infrastruktur zentral in eigenen oder gemieteten Rechenzentren und stellt Rechenleistung mehreren Kunden gemeinsam zur Verfügung, mandantengetrennt auf Datenebene. Updates, Patches und neue Funktionen spielt der Anbieter für alle Kunden gleichzeitig ein, in der Regel nach einem festen Kalender. Kunden greifen ausschließlich über Browser oder mobile Apps zu, eigene Serverhardware oder lokale Installationen entfallen vollständig.

Im Zusammenspiel mit anderen Systemen bindet sich ein SaaS-Kernsystem meist über standardisierte Schnittstellen an, etwa über die SAP Integration Suite oder offene APIs, statt über direkte Datenbankzugriffe. Individuelle Erweiterungen entstehen bevorzugt über Side-by-side Extensibility auf einer separaten Plattform, damit der SaaS-Kern beim nächsten automatischen Update unberührt bleibt. Das erzwingt eine Architektur, die Anpassungen von Anfang an außerhalb des Kernsystems denkt.

Vorteile
Kein eigener Betrieb

Server, Datenbank und Patches übernimmt der Anbieter. Interne IT-Teams konzentrieren sich auf Prozesse statt auf Systembetrieb.

Planbare Kosten

Ein laufendes Abonnement ersetzt hohe Anfangsinvestitionen in Lizenzen und Hardware. Kosten verteilen sich über die Nutzungsdauer.

Immer aktuelle Software

Updates spielt der Anbieter automatisch ein. Neue Funktionen stehen ohne separates Projekt zur Verfügung, sobald SAP sie freigibt.

Schneller Start

Vorkonfigurierte Standardprozesse verkürzen die Einführungszeit gegenüber klassischen On-Premise-Projekten mit umfangreichem Customizing.

Ortsunabhängiger Zugriff

Anwender arbeiten über Browser oder mobile Apps von jedem Standort. Das passt zu verteilten Teams und mehreren Standorten.

Grenzen
Wenig Individualisierung im Kern

Eingriffe ins Kernsystem sind stark eingeschränkt oder ausgeschlossen. Wer viele Sonderprozesse braucht, stößt an die Grenzen des Standards.

Release-Rhythmus vorgegeben

Updates kommen automatisch und zu vom Anbieter festgelegten Terminen. Unternehmen können den Zeitpunkt für Tests und Schulung nicht frei wählen.

Datenhaltung beim Anbieter

Daten liegen im Rechenzentrum des Anbieters, nicht im eigenen Haus. Für Branchen mit strengen Auflagen an Datenhaltung braucht das eine genaue Prüfung der Verträge.

Laufende Kosten dauerhaft

Das Abonnement läuft über die gesamte Nutzungsdauer weiter, anders als eine einmalig gekaufte Lizenz. Über viele Jahre gerechnet ist der Kostenvergleich zur Lizenz sorgfältig zu prüfen.

FAQ

Häufige Fragen zu Software as a Service (SaaS)

Was ist der Unterschied zwischen SaaS und Cloud-Hosting?
Beim reinen Hosting mietet ein Kunde Infrastruktur, betreibt die Anwendung aber selbst oder durch einen Dienstleister individuell, wie bei Private Cloud. SaaS liefert die fertige Anwendung inklusive Betrieb und Updates als Gesamtpaket, mit weniger Spielraum für Anpassungen.
Ist SAP S/4HANA Public Cloud dasselbe wie SaaS?
Ja, SAP S/4HANA Public Cloud ist ein SaaS-Angebot: Anwendung, Betrieb und Updates liegen vollständig bei SAP, Kunden nutzen das System über Standardprozesse gegen Abonnement.
Kann ich bei SaaS eigene Prozesse abbilden?
Nur begrenzt im Kernsystem selbst. Individuelle Anforderungen entstehen meist über Side-by-side Extensibility auf einer separaten Plattform, damit der SaaS-Kern beim automatischen Update unberührt bleibt.
Was passiert mit meinen Daten bei einem SaaS-Anbieterwechsel?
Das regelt der Vertrag, üblich sind Exportmöglichkeiten für Stamm- und Bewegungsdaten. Vor Vertragsabschluss lohnt sich ein genauer Blick auf Datenexport, Kündigungsfristen und Übergangsregelungen.
Lohnt sich SaaS gegenüber einer klassischen Lizenz langfristig?
Das hängt von Nutzungsdauer und Anpassungsbedarf ab. Wer über viele Jahre stabile, wenig individualisierte Prozesse fährt, sollte laufende Abonnementkosten gegen eine einmalige Lizenz durchrechnen, statt SaaS pauschal als günstiger anzunehmen.

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Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
Gabriele Görtz
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