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SAP NetWeaver

SAP NetWeaver ist die technische Integrations- und Anwendungsplattform, auf der SAP ECC und viele ältere SAP-Systeme laufen. Sie bündelt Anwendungsserver, Datenbankanbindung, Benutzerverwaltung und Entwicklungsumgebung in einer Schicht. Mit S/4HANA und der SAP Business Technology Platform verliert NetWeaver schrittweise an Bedeutung.
Definition

Was ist SAP NetWeaver?

SAP NetWeaver kam Anfang der 2000er-Jahre als technisches Fundament für SAP-Anwendungen auf den Markt und löste die vorherige Basis-Technologie von SAP R/3 ab. Die Plattform bündelt Anwendungsserver, Web-Technologien, Benutzerverwaltung und die ABAP-Entwicklungsumgebung in einer gemeinsamen Schicht. Auf ihr laufen SAP ECC, der SAP Solution Manager und weitere klassische SAP-Komponenten. NetWeaver war über viele Jahre die technische Grundvoraussetzung für praktisch jede SAP-Installation.

Relevant ist NetWeaver für alle, die noch SAP ECC oder ältere SAP-Komponenten wie den Solution Manager oder das Enterprise Portal betreiben. Der Systemkontext ist klassisch on-premise, mit eigenem Rechenzentrum oder Hosting-Partner. Wer bereits auf S/4HANA oder die SAP Business Technology Platform umgestiegen ist, hat den größten Teil der NetWeaver-Abhängigkeit hinter sich, auch wenn technisch weiterhin NetWeaver-Bausteine im Hintergrund arbeiten.

In der Projektpraxis taucht NetWeaver heute vor allem als Thema der Systemablösung auf: Welche NetWeaver-basierten Komponenten laufen noch, welche lassen sich mit dem Umstieg auf S/4HANA abschalten. Eine häufige Stolperstelle ist der Solution Manager, der oft parallel zu neuen ALM-Werkzeugen wie SAP Cloud ALM weiterläuft, obwohl er längst ablösereif wäre. Wer NetWeaver-Systeme über das Wartungsende von SAP ECC Ende 2027 hinaus betreiben will, braucht einen belastbaren Plan für Extended Maintenance oder die Migration.

Funktionen

Wie funktioniert SAP NetWeaver?

Technisch besteht NetWeaver aus mehreren Schichten: dem ABAP-Anwendungsserver für klassische Transaktionen, optional einem Java-Stack für webbasierte Komponenten, der Datenbankanbindung sowie zentralen Diensten für Benutzerverwaltung und Systemüberwachung. Transaktionen, Reports und Eigenentwicklungen laufen im ABAP-Stack, während Portale und manche Integrationsszenarien den Java-Stack nutzen. Die Datenbank darunter war klassisch eine relationale Datenbank, in neueren NetWeaver-Versionen zunehmend auch SAP HANA.

Im Zusammenspiel mit Nachbarsystemen bildete NetWeaver lange die Integrationsschicht: Über RFC-Verbindungen, IDocs und den SAP Solution Manager tauschten NetWeaver-Systeme Daten mit anderen SAP- und Non-SAP-Systemen aus. Mit dem Umstieg auf S/4HANA übernehmen zunehmend die SAP Business Technology Platform und die SAP Integration Suite diese Rolle, während NetWeaver in vielen Landschaften nur noch als Basis für einzelne Altkomponenten weiterläuft.

Vorteile
Jahrzehntelang erprobt

NetWeaver trägt seit über 20 Jahren produktive SAP-Landschaften. Die Stabilität des ABAP-Stacks gilt in der Branche als gesetzt.

Große Wissensbasis

Für NetWeaver-Basis-Themen gibt es breites Erfahrungswissen im Markt, von Beratern bis zu SAP-Support-Strukturen.

Kompatibel zu Altkomponenten

Wer noch spezielle NetWeaver-Bausteine wie den Solution Manager oder das Enterprise Portal braucht, findet dort ausgereifte Funktionen.

Klare Migrationspfade

SAP hat für die meisten NetWeaver-Komponenten definierte Wege nach S/4HANA oder auf die SAP BTP vorgezeichnet.

Grenzen
Auslaufende Plattform

NetWeaver ist die Basis von SAP ECC, dessen Wartung Ende 2027 ausläuft. Neue Funktionen fließen inzwischen fast ausschließlich in S/4HANA und die SAP BTP.

Kein strategisches Neuprojekt mehr

Wer heute noch ein neues System auf klassischer NetWeaver-Basis aufsetzt, baut auf einer Plattform ohne Zukunft. Neueinführungen laufen auf S/4HANA.

Wachsender Wartungsaufwand

Mit sinkender Verbreitung werden Spezialisten für ältere NetWeaver-Bausteine seltener und damit teurer im Betrieb.

Extended Maintenance kostet extra

Wer SAP ECC über 2027 hinaus auf NetWeaver betreiben will, zahlt für die Extended Maintenance bis 2030 einen Aufpreis, ohne neue Funktionen zu erhalten.

FAQ

Häufige Fragen zu SAP NetWeaver

Ist SAP NetWeaver dasselbe wie SAP ECC?
Nein. NetWeaver ist die technische Plattform darunter, ECC die betriebswirtschaftliche Anwendung, die darauf läuft. Ohne NetWeaver funktioniert kein ECC-System, aber NetWeaver trägt auch andere Komponenten wie den SAP Solution Manager oder das Enterprise Portal. Wer über eine ECC-Ablösung spricht, meint meist die Anwendung, nicht zwangsläufig die gesamte Plattform darunter.
Muss ich NetWeaver ablösen, wenn ich auf S/4HANA umsteige?
Direkt nicht zwingend, weil S/4HANA teilweise noch auf NetWeaver-Technologien wie dem ABAP-Stack aufbaut. Strategisch verschiebt sich der Schwerpunkt aber klar zur SAP Business Technology Platform, auf die neue Erweiterungen gehören. Klassische NetWeaver-Eigenentwicklungen im Kernsystem bleiben zwar lauffähig, sind aber kein zukunftsfähiger Entwicklungspfad mehr.
Wie lange läuft NetWeaver noch offiziell?
Die Wartung von SAP ECC, dem wichtigsten NetWeaver-Anwendungsfall in vielen Unternehmen, endet Ende 2027. Gegen Aufpreis verlängert die Extended Maintenance den Support bis 2030, eine echte Weiterentwicklung neuer Funktionen findet danach aber nicht mehr statt. Wer länger auf NetWeaver bleibt, sollte diesen Zeitraum aktiv für die Migration nutzen.
Lohnt sich Investition in NetWeaver-Erweiterungen noch?
Für kurzfristige Übergangslösungen bis zur geplanten S/4HANA-Umstellung ja, für strategische Neuentwicklungen mit langer Lebensdauer eher nein. Neue Funktionen gehören konzeptionell auf die SAP Business Technology Platform, damit sie die spätere Umstellung überdauern und nicht erneut migriert werden müssen. Kurzfristiger Bedarf rechtfertigt trotzdem punktuelle NetWeaver-Anpassungen.
Was passiert mit dem SAP Solution Manager als NetWeaver-Komponente?
SAP Cloud ALM übernimmt schrittweise seine Aufgaben für Kunden mit S/4HANA Cloud und zunehmend auch für hybride Landschaften. Der Solution Manager bleibt vorerst für stark ECC-lastige und komplexe Change-Prozesse im Einsatz, verliert aber spürbar an strategischer Bedeutung. Wer neu plant, sollte auf Cloud ALM als Zielbild setzen.

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Gabriele Görtz, Head of Sales & Growth
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